Blu-ray
09.10.2017

Die Mumie im Blu-raycheck

Großmutter, was ist mit Deinen Augen?

Vielleicht sind es einfach schon zu viele Shared Universes, die das Kino-Erlebnis zum Äquivalent einer Fernsehserie machen, aber Universals DIE MUMIE ist nicht der große Wurf, den sich das Studio erhofft hat. Er bietet einiges an Spektakel, aber auch nichts, was man in ähnlichen Blockbustern nicht auch schon gesehen hätte. Punkten kann DIE MUMIE am Ehesten noch damit, dass die Figuren exzellent besetzt sind. Hier sind es Tom Cruise und Russell Crowe, die sich anschicken, auch das weitere „Dark Universe“ im Kino auszubreiten. Aber vielleicht ist das auch ein Problem. Dass Cruise zwar immer noch ein großer Star ist, aber eben auch in die Jahre kommt. Gerade ein jugendliches Publikum wird sich weniger für alte Stars interessieren – und das „Dark Universe“ ist sehr alt besetzt.

In erster Linie wird es aber wohl die Ideenlosigkeit sein, mit der man an DIE MUMIE heranging. Nur der finale Twist reißt es da etwas heraus. Ansonsten ist der Film einfach dem 1999 erfolgten Reboot mit Brendan Fraser unterlegen. Aber immerhin: Die Fraser-Filme sind Teil des „Dark Universe“, wie man dadurch sieht, dass in diesem neuen Film auch das Buch von Amon-Ra zu sehen ist.

Trotz des brillanten Encodings bleibt ein sanfter aber permanenter Grieselschleier vorrangig in großen und hellen Bildflächen sichtbar (27.08). Dies ist allerdings kein ernst zu nehmendes Problem, denn die wahren Stärken des Bildes liegen in seiner hohen Kantenschärfe, die jede kleine Ritze der Bauten sichtbar werden lässt. Die Detailschärfe ist schon ein wenig schwach, so dass Gesichter etwas schwammig aussehen (28.44). Die immer schwierigen, dunklen Indoor-Szenen der Ausgrabungsstätten offenbaren einen hohen Kontrastumfang, der den, natürlich perfekt ausgeleuchteten Sets jede Menge Details zu entlocken vermag.

Die Gewänder leuchten recht real gesättigt und bleiben stets formstabil in Gegenlichtszenen. Die Disc verwöhnt mit einer DTS 7.1-Tonspur, die in Punkto Schub, gerade aus den ganz untersten Oktaven heraus zeigt, wo Ahmanets Schläge landen. Das Ganze ist natürlich merklich übertrieben in seiner Wirkung, aber so gehört es sich nun mal im modernen Actionkino. Die Balance zwischen vorderen und hinteren Effekten ist ein klein wenig zu weit vorn, aber man hört zu keinem Zeitpunkt Geräusche an einem falschen Ort. Die Sprachverständlichkeit gerät in derben Actionmomenten schon mal etwas ins Hintertreffen, aber die Qualität der Dialoge lässt dies nicht so wichtig erscheinen. Die mitgelieferte englische Version bietet einen Hauch mehr Offenheit und Raumvolumen. Zum Nachtisch gibt es 4 Extraszenen, 2 davon erweitert. Darauf folgt ein Gespräch mit Regisseur Kurtzman und Tom Cruise für gibt es deutsche Untertitel.

Fazit: Technisch guter Auftakt eines neuen filmischen Universums.

Andre Detroit